Bei Inlineskates sind die verbauten Kugellager wesentlich dafür verantwortlich den Rollwiderstand zu reduzieren und dadurch ein leichteres Fahrgefühl zu liefern. Neben den Rollen sind also auch die Kugellager von hoher Bedeutung beim Inliner Kauf.
Wenn man erst einmal weiß, worauf man achten muss, ist das Erkennen und Finden der richtigen Kugellager allerdings gar nicht so schwer.
Was es zu beachten gibt und warum ABEC 11 nicht unbedingt besser ist als ABEC 5 wird in diesem Artikel erklärt.
Außerdem geben wir eine Empfehlung für Einsteiger und Fortgeschrittene.
Position und Aufbau
Die Kugellager befinden sich bei Inlinern genau in der Mitte der Inliner Rollen. Eine Rolle benötigt dabei zwei Kugellager (ein kompletter Fitness Skate mit vier Rollen also acht Stück). Die Rolle wird dann mit Hilfe einer Achse (ein Metallstift) und entsprechenden Schrauben an der Schiene befestigt.
Geschlossene Lager (mit 2 Deckscheiben) tragen die Bezeichnung „ZZ“. Ein halboffenes (nur 1 Deckscheibe) trägt die Bezeichnung „Z“. Vorteil bei letzterem ist die viel leichtere Wartung.
Die Staub- und wasserresistenten Lager tragen die Bezeichnung „2RS“. Hier sind zwei Metalldeckscheiben mit Gummiring verbaut. Allerdings kann das Eindringen von Wasser nicht komplett verhindert werden.
Es gibt allerdings auch 100% rostfreie Inliner Kugellager z.B. von HTB.
Neue Lager haben übrigens eine Einlaufzeit von ca. 50-100km in der sich das Fett verteilt. Danach haben die Inliner Kugellager ihre optimale Lauffähigkeit erreicht.
Kugellager Größe
Bei den Inliner Kugellagern gibt es zwei verschiedene Typen: Typ 608 und Typ 688. Der Standard-Typ ist hier der Typ 608. Diese beiden Typen sagen allerdings nichts über die Qualität oder die Eigenschaften aus. Sie unterscheiden sich aber in den Abmessungen Außendurchmesser (22mm vs 16mm) und Breitendurchmesser (7mm vs 5mm).

Die 688er Lager waren ein Trend und werden heutzutage fast gar nicht mehr verbaut. Sie sind lediglich etwas kleiner und leichter und eher für Speedskates gedacht. Sie ermöglichen eine etwas schnellere Beschleunigung, allerdings ist es mit ihnen dafür schwerer hohe Geschwindigkeiten zu erreichen. Außerdem sind sie empfindlicher gegen Schmutz und Wasser. Zudem sind die Unterschiede gegenüber den Standard 608er Lagern kaum spürbar.
Kugellager Material
Das Material, das am weitesten verbreitet ist bei Inliner Kugellagern, ist Chromstahl. Das ist in der Regel auch völlig ausreichend. Es gibt allerdings auch Lager aus Titan oder sogar Keramik. Diese haben noch bessere Eigenschaften, was sich allerdings auch deutlich im Preis widerspiegelt.
ABEC Kugellager
Die Qualität von Kugellagern kann sehr stark variieren, weshalb verschiedene Standards und Qualitätsbezeichnungen eingeführt wurden. Einer davon ist ABEC (Annular Bearing Engineering Committee). Dies ist ein Fertigungsstandard bezüglich Laufgenauigkeit und Toleranz. Je höher der angegebene Grad, desto höher die Qualität bzw. desto geringer ist die Messtoleranz:
- ABEC 1 = 0,008 mm
- ABEC 3 = 0,007 mm
- ABEC 5 = 0,005 mm
- ABEC 7 = 0,004 mm
- ABEC 9 = 0,003 mm
- ABEC 11 = 0,002 mm
Die meisten Inliner werden mit ABEC 3 und ABEC 5 angeboten. Speedskates manchmal mit 688er Lagern und ABEC 5 bis ABEC 9 Standard.
Je höher die Stufe ist, desto anfälliger werden die Inliner Kugellager allerdings auch für Schmutz, da der Spielraum fehlt. Dadurch kann es passieren, dass die Lager blockieren oder Geräusche von sich geben. Dann sollten diese gereinigt werden. Siehe Pflege / Wartung weiter unten. Wichtiger als ein hoher ABEC-Grad ist allerdings der Hersteller der Lager. Gute ABEC 5 Lager können auch ABEC 11 Lager in den Schatten stellen. Einige Top-Marken finden sich weiter unten.
Keramik Kugellager
Die wohl Besten Inliner Kugellager bestehen aus Keramik. Diese besitzen eine sehr hohe Qualität und optimale Laufeigenschaften. Zudem sind diese fast wartungsfrei, da diese Kugellager nicht gefettet und geölt werden müssen. Die Vorteile spiegeln sich aber auch ganz klar im Preis wider, denn Keramik Kugellager sind mindestens doppelt so teuer wie Stahl Kugellager.
ILQ Kugellager
Die ILQ Kugellager wurden vor einiger Zeit als neuen Lager Standard eingeführt. Statt sieben Kugeln werden hier sechs Kugeln verwendet. Dies macht beim Inlineskaten allerdings keinen Unterschied. Es wurden auch Versuche mit elf statt sieben Kugeln unternommen, die dies ebenfalls gezeigt haben.
Einziger nennenswerter Vorteil bei den ILQ Kugellagern ist, dass sie etwas robuster sind. Trotzdem ist es gut, dass neue Sachen ausprobiert werden. Man kann übrigens beliebig zwischen ILQ und ABEC Lagern wechseln – die Abmessungen sind die gleichen.
Pflege / Wartung
Nach Fahrten im Regen oder auf nasser Fahrbahn sollten die Inliner Kugellager gesäubert werden, da sonst das Risiko von Rost besteht. Wenn sich die Lager/Rollen nicht mehr frei drehen oder knirschende Geräusche zu hören sind, sollte ebenfalls eine Reinigung vorgenommen werden.
Das Reinigen von Inliner Kugellagern ist allerdings sehr fummelig und bei geschlossenen Kugellagern teilweise gar nicht möglich. Wenn man also keine hochwertigen Kugellager verbaut hat, lohnt es sich hier dann meist eher sich neue Kugellager zu kaufen.
Meine Empfehlung
Meine Empfehlung für normale Freizeit-Läufer wären gute ILQ5 / ILQ 7 bzw. ABEC 5 / ABEC 7 Kugellager. Für ehrgeizige Vielläufer empfehlen sich ILQ/ABEC 9 Lager. Entscheidend hierfür ist hier eine gute Marke.
Schaue für passende Kugellager auch unbedingt einmal bei den aktuellen Angeboten für Marken Kugellagern rein.
Top-Marken
Top-Marken im Bereich Kugellager sind: Twincam, SKF, HTB, FAG und BSB